Chakren – Die Lehre von der Erleuchtung

Mehr als 4.000 Jahre alt sind die ersten Schriften, in denen die Lehre der Chakren erwähnt wird. Zurückzuführen ist diese alte Wissenschaft sowohl auf den Hinduismus als auch auf die Tradition des Yoga. Im Zentrum der Lehre steht die Überzeugung, dass die Energie des Körpers an sieben Hauptpunkten gebündelt und an Energiebahnen weitergegeben wird.

Obwohl es ebenfalls Theorien mit neun Chakren und bis zu fünfzig Nebenchakren und Energiepunkten außerhalb des Körpers gibt, bleibt die Lehre der „Sieben“ die beliebteste. Chakra selbst bedeutet zu Deutsch „Rad“. Der Name entstand aus der Annahme, dass sich die Energie an den Hauptzentren strudelförmig dreht.

Die sieben wichtigsten Chakren

Der Philosophie der Chakren nach, befinden sich alle Energiepunkte in der Mitte des Körpers, der Wirbelsäule entlang bis über den Kopf. An diesen Punkten sollen sich die wichtigsten Energiebahnen, „Ida“, „Pingala“ und „Sushumna“, kreuzen. Der „Sushumna“-Bahn wird nachgesagt, dass sie für den Aufstieg der Kundalini Energie verantwortlich ist. Diese Energie wiederum beschreibt das grundsätzliche energetische Potenzial eines jeden Menschen.

Auch wenn es Lehren mit neun Chakren und zahlreichen Nebenchakren gibt, findet in der heutigen Zeit die Philosophie der sieben Chakren am häufigsten Verwendung. Jedes dieser sieben Energiezentren verfügt laut Lehre über eine bestimmte Bedeutung, die mit Sinneswahrnehmungen, Farben, Symbolen und Elementen verbunden ist. Auch die körperlichen Funktionen wie Hormonausschüttung und die Organe werden den Chakren zugeteilt. In der modernen Esoterik und Heilkunde finden sich außerdem Verknüpfungen zwischen Aromen, Bachblüten, Heilsteinen und Chakren.

„Muladhara“: Das Wurzelchakra liegt im Becken in der Mitte zwischen den Genitalien und dem Anus. Es ist verbunden mit der Farbe Rot, dem Element Erde und dem Geruchssinn. Die Verbindung des Menschen mit der Erde, sein Erfolg und auch die Lebenskraft werden diesem Chakra zugeteilt.

„Svadisthana“: Nur wenige Zentimeter unter dem Bauchnabel liegt das Sakralchakra. Die Farbe Orange, das Element Wasser und der Geschmackssinn gehören zu diesem Energiepunkt. Auch soll „Svadisthana“ für die Freude am Leben, Kreativität, Sexualität und die wichtigsten Emotionen stehen.

„Manipura“: Der Solarplexus ist laut Lehre die Heimat des „Manipura“, dem Chakra das mit der Intelligenz, der persönlichen Entwicklung, dem Glauben und den unterbewussten Wahrnehmungen verbunden wird. Zu ihm gehören die Farbe Gelb, das Element Feuer und der Sehsinn.

„Anahata“: Auf der Brust soll das Herzchakra liegen. Seine Farbe ist helles Grün, das zugeteilte Element die Luft und der entsprechende Sinn das Tasten. Es soll außerdem für tiefe Liebe, Empathie und die von Herzen kommende Freude stehen.

„Vissudha“: Das Halschakra, steht der Philosophie nach für Kommunikationsfähigkeit, individuelle Wahrnehmung und Weisheit. Auch das Empfinden einer „höheren Wahrheit“ wird „Vissudha“ zugesprochen. Die Farbe Blau und der Hörsinn schreiben Experten diesem Chakra zu. Außerdem steht „Vissudha“ für den Äther als Element. Es liegt auf Höhe des Kehlkopfes.

„Ajna“: Das sechste Chakra wird auch Stirnchakra und „Drittes Auge“ genannt. Zu finden soll es der Lehre nach in der Mitte zwischen beiden Augenbrauen zu finden sein, wo die Nasenwurzel ihren Ursprung hat. Das zugehörige Element ist der Geist, die Farbe Indigo und der Sinn ist verbunden mit übersinnlicher Wahrnehmung. „Ajna“ steht für die Intuition, den Zugang zur Seele und die Wahrnehmung übersinnlicher Dinge. Hier finden sich der Annahme nach auch Geist und Verstand.

„Sahasrara“: Das Kronenchakra liegt etwas oberhalb der Mitte des Kopfes über dem Scheitel. Es befindet sich daher nicht am Körper, sondern außerhalb. Die Farbe Weiß, das Element „Raum und Universum“ und das menschliche Einfühlungsvermögen als Sinneswahrnehmung sind mit diesem Chakra verknüpft. Diesem Chakra wird nachgesagt, dass sich der Mensch an der Stelle mit dem Universum, dem höheren Ich und der energetischen Einheit verbindet.

Zusätzlich interessant ist, dass die Chakren auch untereinander verbunden und somit in Wechselwirkung zueinander stehen sollen. Angenommen wird eine Verbindung zwischen:

  • „Muladhara“ und „Sahasrara“
  • „Svadisthana“ und „Ajna“
  • „Manipura“ und „Vissudha“.

Dem Herzchakra wird eine besonders wichtige Funktion zugeschrieben, denn es soll die unteren und oberen Chakren miteinander verbinden. Die Zusammengehörigkeit der Energiepunkte ist deshalb so wichtig, da bei der Reinigung und Arbeit mit ihnen auch deren Partner genutzt werden sollen.

Geöffnete und verschlossene Chakren

Die Lehre der Chakren geht davon aus, dass ein erfülltes Dasein und ein freier Energiefluss im Körper nur dann möglich sind, wenn die Energiepunkte sich in einem Zustand optimaler Öffnung befinden. Die Reinigung und Öffnung der Chakren steht daher bei der sogenannten Chakrenarbeit im Zentrum. Dabei vermuten Experten, dass Chakren in einem schlechten Zustand sowohl körperliche als auch seelische Probleme hervorrufen.

Das Ziel der Chakrenarbeit ist die Öffnung aller Chakren auf gleichförmige Art und Weise und die Wiederherstellung der erwünschten Drehbewegung. Hinter körperlichen Beschwerden und seelischen Leiden vermuten die Freunde der Lehre nicht nur ein schlecht funktionierendes Chakra. So könnte es auch sein, dass andere Energiepunkte die mangelnde Leistung eines anderen ausgleichen und zu dominant werden. Daher steht am Beginn der Chakrenarbeit meist eine genaue Analyse der Person, aus der sich der aktuelle Zustand der Energiepunkte ableiten lassen soll.

Mit den Chakren gearbeitet wird dann auf verschiedene Art und Weise. Sowohl spezielle Meditationen, Yogaübungen und Atemtechniken als auch Bachblüten, Aromen und Farben sollen Auswirkung auf die Energiezentren haben. Eine weitere beliebte Praktik bei der Chakrenarbeit ist das Auflegen von Edelsteinen, welche im Folgenden näher erläutert wird.

Chakren und Edelsteine

Jedem Chakra werden bei der Anwendung von Heilsteinen bestimmte Steinarten zugeteilt. Diese entsprechen zumeist der bereits erwähnten Farbe und sollen den Charakter des Energiepunktes fördern, sowie eine Reinigung bewirken. Auch die Annahme, dass jeder Heilstein seine ganz eigene Schwingung zeigt und sich mit der Schwingung der Energiepunkte verbinden kann, spielt hier eine Rolle. Hierfür werden die Steine an der Stelle des Chakras auf den Körper gelegt. Da sich die Punkte mittig innerhalb des Körpers befinden, können Heilsteine sowohl auf dem Rücken als auch auf der Vorderseite verwendet werden.

Unter anderem wird den folgenden Edelsteinen eine Verbindung mit dem jeweiligen Chakra nachgesagt:

„Muladhara“: Rubin, rote Varianten von Jaspis und Achat, Granat, Onyx, Hämatit

„Svadisthana“: Karneol, orangene Varianten von Jaspis, Beryll

„Manipura“: heller Bernstein, Topas, Tigerauge, Calcit

„Anahata“: Jade, Smaragd, Aventurin, Saphir

„Vissudha“: blauer Achat, Türkis, Aquamarin, Opal

„Ajna“: Amethyst, dunkle Saphire, Lapislazuli

„Sahasrara“: Diamant, Bergkristall

Auch in der modernen Zeit ist die Existenz der Chakren, ihre Funktionsweise und auch Wirkung nicht wissenschaftlich belegt. Die Arbeit mit den Energiepunkten durch zahlreiche Praktiken wie dem Auflegen von Edelsteinen wird daher weiterhin der Esoterik und Spiritualität, nicht aber der klassischen Medizin und Psychologie zugewiesen. Daher kann ein tatsächlich eintretender Effekt der Chakrenarbeit nicht garantiert werden.

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