Welches Öl ist am besten fürs Ölziehen?

ölziehen welches öl am besten

Last updated: April 6, 2026


Quick Answer: Beim Ölziehen ist Sesamöl (kaltgepresst, ungeröstet) die am häufigsten empfohlene Wahl laut ayurvedischer Tradition. Kokosöl ist eine gute Alternative für empfindliche Münder. Welches Öl am besten passt, hängt aber von deinem Dosha-Typ, deiner Absicht und deiner persönlichen Verträglichkeit ab.


Key Takeaways

  • Sesamöl gilt in der ayurvedischen Lehre als das klassische Öl für Ölziehen – warm, erdend, reinigend
  • Kokosöl ist die beliebteste Alternative im westlichen Raum, besonders für Einsteiger
  • Sonnenblumenöl ist günstig und neutral – eine solide Wahl für den täglichen Einsatz
  • Immer kaltgepresstes, natives Öl verwenden – raffinierte Öle enthalten oft Rückstände
  • Die Ölmenge: 1 Esslöffel reicht völlig aus, nicht mehr
  • Dauer: 10–20 Minuten morgens auf nüchternen Magen, dann ausspucken (nie schlucken!)
  • Das Öl danach in den Mülleimer – nicht ins Waschbecken, da es Bakterien enthält
  • Aus spiritueller Sicht kann die Intention vor dem Ölziehen die Wirkung verstärken
  • Für Menschen mit Kapha-Dosha empfiehlt die Ayurveda leichtere Öle wie Sonnenblume
  • Kein Öl ist universell „das beste“ – Ausprobieren ist erlaubt und sinnvoll

Was ist Ölziehen überhaupt – und woher kommt es?

Ölziehen ist eine alte ayurvedische Praxis namens Kavala oder Gandusha, bei der du morgens einen Esslöffel Öl im Mund hin- und herziehst. Die Idee dahinter: Das Öl soll Bakterien, Toxine und Schlacken aus dem Mundraum „herausziehen“ – bevor du isst oder trinkst.

Die Praxis stammt aus dem Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunde, und ist dort seit über 3.000 Jahren bekannt. In spirituellen Kreisen gilt sie außerdem als morgendliches Reinigungsritual, das nicht nur den Körper, sondern auch die Energie des Tages positiv beeinflussen soll.

„Das Ölziehen ist kein Trend – es ist ein uraltes Ritual, das Körper, Geist und Seele in Einklang bringt.“

Wichtig zu wissen: Ölziehen ersetzt keine medizinische Behandlung. Es ist ein ergänzendes Ritual, kein Heilmittel.


Ölziehen – welches Öl am besten für Einsteiger ist

Querformat () Detailaufnahme von drei kleinen Glasschälchen mit verschiedenen Ölen – Sesam (dunkelgolden), Kokosöl

Für Einsteiger gilt: Kokosöl ist die einfachste Wahl. Es schmeckt mild, riecht angenehm und ist in fast jedem Supermarkt erhältlich. Viele Menschen finden den Einstieg damit leichter als mit Sesamöl, das einen stärkeren Eigengeschmack hat.

Wenn du aber tiefer in die ayurvedische Tradition einsteigen möchtest, ist kaltgepresstes, helles Sesamöl (nicht das geröstete aus dem Asia-Laden!) die klassische Empfehlung.

Die drei häufigsten Öle im Vergleich

Öl Geschmack Ayurvedische Eignung Preis (ca.) Besonderheit
Sesamöl (hell, kaltgepresst) Nussig, mild Klassisch, für Vata & Pitta 8–15 € / 250 ml Wärmendes Öl, erdend
Kokosöl (nativ, kaltgepresst) Mild, leicht süßlich Gut für Pitta, Einsteiger 5–12 € / 250 ml Antimikrobielle Eigenschaften
Sonnenblumenöl (kaltgepresst) Neutral Gut für Kapha 3–8 € / 250 ml Günstig, alltagstauglich

Wähle Sesamöl, wenn du dich kalt und unausgeglichen fühlst, Vata-Typ bist oder die ayurvedische Tradition ernst nimmst.

Wähle Kokosöl, wenn du empfindliche Schleimhäute hast, Einsteiger bist oder einen milden Geschmack bevorzugst.

Wähle Sonnenblumenöl, wenn du ein günstiges Alltagsöl suchst oder zu Kapha-Typen zählst.


Sesamöl vs. Kokosöl: Was sagt die spirituelle Tradition?

In der ayurvedischen Überlieferung ist Sesamöl das „König der Öle“. Es gilt als wärmend, nährend und tief reinigend – ideal für die drei Doshas, besonders aber für Vata (Luft- und Raumenergie) und Pitta (Feuerenergie).

Kokosöl hingegen ist kühlend und leicht. Es passt besser zu Pitta-Typen oder in wärmeren Jahreszeiten. Spirituell betrachtet verbinden viele Praktizierende Kokosöl mit Reinheit und Licht – es wird in manchen Traditionen auch bei Ritualen verwendet.

Aus rein energetischer Sicht:

  • 🌿 Sesamöl – Erdung, Schutz, Tiefenreinigung, Verbindung zur Erde
  • 🌸 Kokosöl – Reinheit, Klarheit, sanfte Transformation
  • ☀️ Sonnenblumenöl – Leichtigkeit, Alltagsreinigung, Zugänglichkeit

Das ist keine Wissenschaft, sondern Überlieferung – aber in spirituellen Kreisen spielt die Intention und die symbolische Bedeutung eines Öls durchaus eine Rolle.


Welche Öle du beim Ölziehen unbedingt vermeiden solltest

Nicht jedes Öl eignet sich für das Ölziehen. Einige können sogar kontraproduktiv sein.

Finger weg von:

  • Raffiniertem Öl – enthält oft Lösungsmittelrückstände und hat kaum Nährstoffe
  • Geröstetem Sesamöl – das asiatische Sesamöl für die Küche ist zu intensiv und ungeeignet
  • Aromatisierten oder parfümierten Ölen – Zusatzstoffe gehören nicht in den Mund
  • Mineralöl oder Babyöl – absolut ungeeignet, nicht für den Mundbereich

Häufiger Fehler: Im Supermarkt das erstbeste Sonnenblumenöl kaufen, ohne auf „kaltgepresst“ zu achten. Raffiniertes Öl ist zwar günstiger, aber für diesen Zweck deutlich schlechter geeignet.


Wie du Ölziehen richtig machst – Schritt für Schritt

Das Ritual ist einfach. Hier die Kurzanleitung:

  1. Morgens aufstehen – noch bevor du isst, trinkst oder Zähne putzt
  2. 1 Esslöffel Öl in den Mund nehmen (nicht mehr, sonst wird es unangenehm)
  3. 10–20 Minuten das Öl sanft durch die Zähne und den Mund ziehen – kein Gurgeln, kein Schlucken
  4. Ausspucken – in ein Taschentuch oder den Mülleimer, nicht ins Waschbecken
  5. Mund mit warmem Wasser ausspülen, dann Zähne putzen
  6. Erst danach frühstücken oder Wasser trinken

⚠️ Das Öl nach dem Ziehen niemals schlucken – es enthält laut ayurvedischer Lehre die herausgezogenen Toxine.


Ölziehen und Spiritualität: Wie du das Ritual bewusst gestaltest

Querformat () Vogelperspektive auf eine Person, die Ölziehen praktiziert: Hände halten einen kleinen Holzlöffel mit

Ölziehen ist mehr als Mundhygiene – es kann ein bewusstes Morgenritual sein. Viele spirituell orientierte Menschen verbinden die Praxis mit einer klaren Intention für den Tag.

So kannst du das Ritual vertiefen:

  • Intention setzen – bevor du das Öl in den Mund nimmst, halte kurz inne. Was möchtest du loslassen? Was ziehst du an?
  • Stille halten – die 15 Minuten sind eine natürliche Meditationszeit. Kein Handy, kein Podcast
  • Kristalle oder Kerzen auf deinem Morgenaltar platzieren, während du ölziehst
  • Dankbarkeit – manche schreiben danach drei Dankbarkeiten auf, bevor der Tag beginnt
  • Mondphasen beachten – einige Praktizierende intensivieren das Ritual bei Vollmond oder Neumond

Das Öl wird dabei zum Symbol: Es nimmt auf, was nicht mehr dient – auf körperlicher wie energetischer Ebene.


Häufige Fragen zum Thema Ölziehen – welches Öl am besten ist

Kann ich verschiedene Öle abwechseln?
Ja, das ist völlig in Ordnung. Manche Menschen nutzen werktags Sonnenblumenöl und am Wochenende Sesamöl für ein intensiveres Ritual.

Muss das Öl bio sein?
Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Bio-kaltgepresstes Öl enthält keine Pestizidrückstände – das ist besonders relevant, wenn das Öl im Mund verwendet wird.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?
Das ist individuell. Manche berichten nach wenigen Tagen von frischerem Atem, andere bemerken nach 2–4 Wochen eine Veränderung. Aus spiritueller Sicht beginnt die Wirkung mit der ersten bewussten Anwendung.

Kann ich Ölziehen bei Zahnfleischproblemen machen?
Bei akuten Entzündungen oder offenen Wunden im Mund lieber erst einen Zahnarzt fragen. Ölziehen ist kein Ersatz für medizinische Behandlung.

Was, wenn mir das Öl schlecht wird?
Dann weniger nehmen (halber Teelöffel reicht auch) oder mit Kokosöl beginnen, das milder ist. Wenn der Würgereiz bleibt, ist Ölziehen vielleicht einfach nichts für dich.

Welches Öl empfiehlt der Ayurveda offiziell?
Die klassischen ayurvedischen Texte nennen Sesamöl als bevorzugtes Öl für Kavala (Ölziehen). Kokosöl wird in manchen südindischen Traditionen ebenfalls verwendet.


FAQ: Ölziehen – welches Öl am besten für verschiedene Bedürfnisse

Welches Öl ist am besten für Anfänger beim Ölziehen?
Kokosöl – milder Geschmack, leicht erhältlich, gut verträglich. Ideal für den Einstieg.

Ist Olivenöl zum Ölziehen geeignet?
Olivenöl wird manchmal verwendet, ist aber nicht die klassische Wahl. Der starke Eigengeschmack kann störend sein. Für Ölziehen gibt es bessere Optionen.

Wie oft sollte man Ölziehen?
Täglich morgens ist ideal. Auch 3–4 Mal pro Woche bringt Ergebnisse.

Kann ich Ölziehen während der Schwangerschaft machen?
Bitte vorher mit einer Hebamme oder Ärztin sprechen. Es gibt keine bekannten Verbote, aber Vorsicht ist bei allem in der Schwangerschaft angebracht.

Welches Öl ist am besten für spirituelle Reinigung beim Ölziehen?
Sesamöl gilt in der ayurvedischen Tradition als das reinigendste Öl – sowohl körperlich als auch energetisch.

Muss das Öl flüssig sein?
Nein. Kokosöl ist bei Zimmertemperatur fest – es schmilzt aber schnell im Mund. Das ist völlig normal und kein Problem.

Kann man zu viel Ölziehen?
Täglich einmal ist ausreichend. Mehrmals täglich bringt keinen Mehrwert und kann die Mundschleimhaut belasten.

Welches Öl ist am günstigsten für tägliches Ölziehen?
Kaltgepresstes Sonnenblumenöl – es ist das preisgünstigste der geeigneten Öle und für den täglichen Gebrauch gut geeignet.


Fazit: Dein Öl, dein Ritual

Beim Ölziehen gibt es kein universell „bestes“ Öl – aber es gibt klare Empfehlungen je nach Ziel, Typ und Tradition. Sesamöl ist die ayurvedische Klassik, Kokosöl der freundliche Einstieg, Sonnenblumenöl die alltagstaugliche Wahl.

Mein Tipp: Starte mit Kokosöl, wenn du neu dabei bist. Wechsle nach zwei Wochen zu Sesamöl und spür den Unterschied. Und vergiss nicht: Das Öl ist nur das Werkzeug – die Intention, die du ins Ritual bringst, macht den eigentlichen Unterschied.

Deine nächsten Schritte:

  1. Kauf dir eine kleine Flasche kaltgepresstes Kokos- oder Sesamöl (bio, wenn möglich)
  2. Stell dir morgen den Wecker 20 Minuten früher
  3. Setz eine Intention, bevor du beginnst
  4. Beobachte 14 Tage lang, was sich verändert – körperlich und energetisch

Das Ölziehen ist eines der einfachsten Rituale, die du in deinen Morgen integrieren kannst. Es kostet wenig, braucht keine Ausrüstung und verbindet dich mit einer jahrtausendealten Weisheitstradition. 🌿


Quellen

  • Frawley, D. (1999). Ayurvedic Healing: A Comprehensive Guide. Lotus Press.
  • Charaka Samhita (klassischer ayurvedischer Text, ca. 300–500 n. Chr.) – zitiert nach akademischen Übersetzungen
  • Asokan, S. et al. (2011). Effect of oil pulling on Streptococcus mutans count in plaque and saliva. Journal of Orofacial Sciences, 3(1). https://doi.org/10.4103/0975-8844.92895
9ad7cef3ccfe48169daa4cc6e9653acd